BERLIN IM (MEERES)RAUSCH

 BERLIN. Hauptstadt Deutschlands.

Der coole Lifestyle. Die coolen Parties. Die coolen Clubs. Die coolen Leute.

Die coolen Drogen?

Menschen ziehen mit großen Träumen im Gepäck nach Berlin und enden dann in der Drogenszene? Dieses, nennen wir es mal „Phänomen“, habe ich oft bei Menschen erlebt. Menschen, die ich teilweise kannte und auch bei Menschen, von denen mir andere erzählten.

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Um vorab mal eins klarzustellen, diesen Post schreibe ich nicht um zu verurteilen oder zu beleidigen. Mit diesem Post hinterfrage ich dieses Phänomen lediglich und sage öffentlich:

DAS GEHT MIR AUF DEN SACK!

Berlin war nie bekannt für Drogen. Berlin war einfach nur ein Stück Erde, auf dem Menschen sich dazu entschlossen haben, daraus zu machen, wofür es heutzutage steht, denn wenn überhaupt, sind Menschen bekannt für Drogen, kein kleines Stück Erde.

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Viele Leute, mit denen ich darüber gesprochen habe, wissen nicht mal warum sie überhaupt Drogen nehmen. Teilweise kamen Antworten wie: „Das ist halt Berlin!“.

STOPP! DAS IST NICHT BERLIN!

Man darf nicht vergessen. Klischees sind da, um bedient zu werden, jedoch existieren neben den Klischees auch noch Lücken, die von anderen Menschen geschlossen werden. Von Menschen mit durchschnittlichen Leben. Menschen, die mit so etwas nichts am Hut haben. Berlin besitzt definitiv eine große Party- und Drogenszene, aber ist es DAS, was viele Menschen reizt hierher zu ziehen? Das finde ich einfach nur traurig. Denn um Drogen zu nehmen, muss man nicht extra umziehen. Das kann man überall machen, auch in Buxtehude. Und dann diese laschen Antworten, wenn man es dann mal aus reiner Interesse hinterfragt? Come on!

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Dieses Szene Phänomen kotzt mich einfach an. Natürlich ist Berlin cool, natürlich hat Berlin eine große Party- und auch Drogenszene, aber das ist nicht alles, was diese Stadt ausmacht und dann muss ich mir von fremden Leuten anhören:

„Berlin ist so dreckig und da ist ja auch viel mit Drogen.“

JA. GENAU. Weil wir ALLE Drogen nehmen.

Rechnet es doch bitte mal hoch und überlegt euch wie viele Leute hier wohnen. Daran denkt niemand.

Es gibt so viele Menschen, die keine Ahnung haben warum sie das tun und was sie sich selbst damit antun, nur mit der Begründung:

„Das ist halt Berlin. Das gehört halt dazu. Das ist halt so der Lifestyle.“

Lifestyle?  Ah ja.

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Jeder Mensch soll das tun, was er für richtig hält, allerdings, finde ich, sollte man sich immer noch im Spiegel anschauen können und insgeheim gibt es wahrscheinlich viele, die mit der Hand vor’m Gesicht schnell am eigenen Spiegelbild vorbeilaufen. Berlin ist Individualität. Zu Individualität gehört für mich aber auch, dass man sich selbst treu bleibt und das würde ich mir wünschen. Dass mehr Menschen sich selbst treu bleiben und sich zu Individuen entwickeln, anstatt einem „Hype“ zu folgen oder der Masse zu folgen, weil, Gott weiß wer, irgendwann mal gesagt hat:

„Das ist jetzt ab heute so. Punkt!“

Dieses Phänomen löst in mir Augenverdrehen und gleichzeitig Mitleid aus. Hinterfragt euch und das Leben doch mal mehr. Das ist viel spannender, glaubt mir.

Viele Menschen, die ich teilweise kannte oder auch noch kenne, sind darauf hängen geblieben. Für diese Leute gehört ne Ecstasy oder eine Line einfach dazu. Wie für andere das Ei zum Sonntagsbrunch. Bis jetzt hatte es immer üble Folgen. Hat es sich jetzt gelohnt diesem „Lifestyle“ zu folgen?

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FASHION & BEAUTY

LOVE, Tatjana

CREDITS

HAIR & MAKEUP, STYLING & PHOTOS: MYSELF | MODEL: DENIS

Ich habe dieses Projekt schon seit letztem Jahr in meinem Entwurfsordner, hatte dann aber eine Schreibblockade und habe bis zum jetzigen Sommer gewartet, um mich von den ganzen Festival Themen wieder inspirieren zu lassen. Warum ich so ein Thema gewählt habe, ist ganz einfach. Wie im Text bereits erwähnt, wurde ich in meinem Leben oft mit diesem Thema konfrontiert, wobei ich an dieser Stelle sagen möchte, dass ich selbst nie die Erfahrung mit harten Drogen gemacht habe, weil ich das schlicht und einfach nicht möchte. Jeder muss selbst wissen, was er tut und was nicht. Allerdings habe ich viele Menschen erlebt, die damit zu kämpfen haben und auch die Auswirkungen davon, die schmerzlicher Weise auch oft mich betrafen. Ich möchte keinerlei Moralapostel spielen, denn super healthy und unschuldig bin ich meinem Körper gegenüber sicherlich auch nicht und um Gottes Willen ich bin definitiv pro Party und Spaß haben, neugierig sein, offen für Neues sein usw, jedoch nicht in diesem Zusammenhang. Ich für meinen Teil verstehe einfach diesen ganzen „Hype“ und dieses ganze Coolness Ding um Drogen absolut nicht, vor allem nicht, warum man extra dafür nach Berlin zieht und sich dann noch vor seinen Freunden cool fühlt, die man in der Heimatstadt zurückgelassen hat. Hauptsächlich möchte ich Drogen aber thematisieren, um auch meinem Schmerz und meinem Ärger darüber mal freien Lauf zu lassen. Selbst Leute, die einen Entzug gemacht oder es versucht haben, wurden von ihren vermeintlichen „Freunden“ dafür ausgelacht. Wenn du drin bist, bist du drin. Wenn du raus bist, bist du raus. Das ist einfach lächerlich und die unehrlichste Beziehung zu Menschen, die man haben kann. Gruselig fand ich vor allem immer, wie schnell Drogen Menschen verändern. Dein komplettes Ich, wie du bist. Von einem Moment auf den anderen bist du jemand anderes, man erkennt den Menschen nicht wieder und so benimmt dieser Mensch sich dann auch. Wie ein Fremder. Sobald die Wirkung nachlässt, ist der Mensch zwar wieder da, aber jedes Mal tritt das alte, eigentliche Ich, immer verwischter zum Vorschein, bis es irgendwann komplett verschwindet. Man schadet nicht nur sich selbst, à la keine Macht den Drogen, nein. Man verletzt auch die Menschen in seiner Umgebung und durch den Trip ist es einem scheißegal. Mit den Narben, die dadurch entstehen, müssen allerdings die Menschen ihr Leben lang herumlaufen, die damit nicht mal etwas zu tun haben.

Zum Thema Gestaltung: Ich wollte kurz nach dem Shooting für „Individualität und warum Menschen damit nicht klarkommen“ ein Meerjungfrauen Shooting organisieren, bis mir der Einfall kam, dass man beide Themen gut miteinander kombinieren kann. Erst als ich mich dazu entschieden habe beide Themen zu kombinieren, minimierte ich die Meerjungfrau und fügte mehr Party Optik und Berlin Flair hinzu. Die Leggings im Schuppenmuster ist das perfekte Beweisstück für die Kombination aus Party, Mensch und Meerjungfrau. Auch wichtig für mich, war viel Glitzer, das spiegelt auch das Make-up wider. Denn Glitzer spielt eine zentrale Rolle auf vielen Festivals, aber auch Parties im Allgemeinen. Die ganzen leeren Alkoholflaschen sammelten Denis und ich seit letztem Jahr für dieses Shooting. Die Badewanne kam der Meerjungfrau natürlich zugute, aber auch erinnert sie an Berliner WG Parties, die in der Badewanne enden. Ich habe mehrere Drogen mit eingebunden, weil es ja nicht nur eine bestimmte Droge gibt, sondern ein wortwörtlich „bunter Cocktail“ aus verschiedenen Drogen ist, den ich thematisiere. Alkohol, Ecstasy und Speed. Natürlich sind die Bilder überspitzt dargestellt, aber das wollte ich auch so. Pure Provokation!

An dieser Stelle vielen Dank an Denis, der sich für dieses Projekt als Model zur Verfügung gestellt und über die Zeit fleißig Flaschen gesammelt hat.

DEAR 25 ME…

Hallo ihr Lieben, heute wartet ein weiteres Geburstagsspecial auf euch. Wie der Titel „Dear 25 me“ schon verrät geht es heute um einen emotionalen Brief, den ich an mein 25-jähriges Ich geschrieben habe, denn manchmal ist es wichtig sich bestimmte Dinge vor Augen zu halten und sich an sie zu erinnern.

Hi lovelies, today there is another birthday special for you on sectionofstyle.com. Today it’s about an emotional letter I wrote to my 25 year old self, because sometimes it is important to visualize some things and to remember them.

„DEAR 25 ME…“ weiterlesen

NEUJAHRSGEDANKEN – Tschüß 2015!

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Jedes Jahr ist es das Gleiche. Ich blicke zurück und denke mir:

„So viel kann doch gar nicht in EINEM JAHR passieren!?“

Doch kann es.

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Jedes Jahr passieren so viele Dinge und innerhalb von 1 Jahr verändert sich dein Leben immer wieder schlagartig auf’s Neue. Positive Veränderungen, negative Veränderungen, neutrale Veränderungen. Veränderungen, die dein Leben zu dem machen, was es ist und die auch dich zu dem machen wer du bist. Dadurch, dass ich ein sehr nachdenklicher Mensch bin, werde ich oft sehr melancholisch, wenn sich das Jahr dem Ende nähert.

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Ich schaue zurück und frage mich: Was habe ich erreicht in diesem Jahr? Sind die Dinge so verlaufen wie ich es wollte? Was habe ich an neuen Erfahrungen gesammelt? Habe ich etwas zum allerersten Mal getan? Woran könnte ich noch arbeiten? Woraus habe ich gelernt? Was hat sich verbessert? Was hat sich verschlechtert?

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Ich habe mal einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, dass es gut tut, Dinge zum allerersten Mal zu tun, die man vorher noch nie gemacht hat. Entweder weil man sich nicht getraut hat oder weil es einfach nicht dazu kam. Jedes Jahr nehme ich mir etwas Neues vor. Zum Beispiel bin ich in 2015 das erste Mal ALLEINE auf ein Fashion Event gegangen. Außerdem bin ich, nach gefühlten 10 Jahren, das erste Mal wieder mit meiner kleinen Schwester Achterbahn gefahren, obwohl ich davor echt Schiss hatte.

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Nachdem ich das gemacht habe, habe ich mich so stark gefühlt. Glaubt mir, solche Dinge, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, nehmen einem die Angst, geben einem Selbstbewusstsein und die Kraft an sich selbst zu glauben, auch wenn das Leben manchmal nicht so rosig aussieht.

Egal wie euer Leben verläuft oder bereits verlaufen ist, stellt euch jedes Jahr diese Frage und beantwortet sie euch ehrlich, denn ihr seid diejenigen, die am ehrlichsten zu sich selbst sein können:

Bin ich zufrieden?

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Ich bin ein großer Verfechter der Eigeninitiative. Ich glaube fest an Karma und Schicksal. Jeder bekommt das, was er verdient, früher oder später. Jedoch glaube ich auch ganz fest an das Sprichwort: Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied. Man muss auch etwas dafür tun, um dort hinzukommen, wo man irgendwann mal sein will. Wenn ihr mit eurem Leben unzufrieden seid, ändert es! Eine scheinbar einfache Lösung, vor dessen Eintreten man vielen Hürden ausgesetzt ist. Da ich eine sehr ungeduldige Person bin, rege ich mich oft auf, dass alles nicht schnell genug läuft oder nicht längst schon so ist, wie ich es haben wollte. Totaler Schwachsinn! Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Das hat mir meine Mutter schon immer gesagt und damit hat sie auch recht.

Vertraut eurem Können, dem Schicksal und lasst manchen Dingen ihre Zeit. 3 wichtige Dinge, die ich mir selbst auch öfter vor Augen führen sollte.

Ich möchte mit dieser Zeile auch all denen gedenken, von denen wir uns im Jahr 2015 verabschieden mussten und bin dankbar für all die, die wir neu kennenlernen durften.

In nie endender Liebe meiner kleinen Erdnuss gewidmet.

LOVE, Tatjana

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DETAILS

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Turtleneck pullover: Gina Tricot

Necklace: Forever21

Skirt: Forever21

Leggings: H&M

Shoes: Lamoda

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Photos by: 

http://natalia-kandula.format.com/

INDIVIDUALITÄT UND WARUM MENSCHEN DAMIT NICHT KLARKOMMEN

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Individuell. Außergewöhnlich. Anders. Fremd. NEU.

Warum machen diese Dinge manchen Menschen Angst und wecken sogar Wut in ihnen?

Viel zu oft erlebte ich schon die Situation wie man über mein Äußeres lachte, den Kopf schüttelte, mich arrogant ansah, lauthals darüber diskutierte, mir Sprüche drückte. All das UNGEFRAGT.

„INDIVIDUALITÄT UND WARUM MENSCHEN DAMIT NICHT KLARKOMMEN“ weiterlesen

DAS ERSTE MAL

13.10.2015 – 10:45 Uhr

Das Erste, was man natürlich nicht tun sollte, habe ich, neugierig wie ich bin, selbstverständlich getan.

Das gesamte Internet nach Erfahrungsberichten zum Thema Vollnarkose abgegrast. Das, was man verhindern sollte, wenn man eh schon aufgeregt ist, trat bei mir selbstverständlich ein. Ich habe eine scheiß Angst.

Ich las Horrorberichte über die Unverträglichkeit des Narkosemittels, über das Übergeben nach dem Aufwachen. Die Ärzte noch im Hinterkopf zu haben mit ihren Aufklärungen und den Worst-Case-Szenarien helfen mir auch nicht wirklich.

Das, was mir eigentlich am meisten Angst macht, ist, keine Kontrolle darüber zu haben was passiert. Ich würde es eher bevorzugen nur halb betäubt zu sein, damit ich wenigstens da bin und wenigstens ETWAS Kontrolle habe. Ich kriege Panik bei dem Gedanken, dass ich betäubt werde und einfach weg bin und schwupps bin ich wieder wach und alles ist gelaufen, ohne dass ich es mitgekriegt habe.

Auch der Gedanke, dass mir nach dem Aufwachen so schwindelig und schlecht ist, dass ich mich übergeben muss, macht mir Angst. Was ist, wenn keine Schwester bei mir ist, die mich überwacht? Was passiert, wenn ich mich übergeben muss, aber ich und meine Körperfunktionen noch nicht richtig da sind, es niemand sieht und ich an meinem Erbrochenen ersticke?

Der Hunger ist auch so eine Sache. Ich. Die, die nie nein zu Essen sagt. Die, die morgens aufwacht und direkt was essen kann. Die sitzt jetzt hier, der Magen knurrt und die O.P. ist erst in ein paar Stunden. Aber na gut, ärztliche Anweisung, sicher ist sicher. 6 Stunden vor der O.P. darf man nichts essen und höchstens 2 Gläser stilles Wasser trinken. Tooooll. Solange ich noch zu Hause bin, lenke ich mich mit „Breaking Bad“ ab. Danke Netflix, du warst eine sehr gute Entscheidung.

13:15 Uhr

Das Warten im Wartezimmer ist, wie ich es erwartet habe, die Hölle. Ich bin so aufgeregt, dass ich bestimmt zum 180ten Mal schon meine Nägel angucke, mit meinen Händen herumspiele. Niemand außer mir sitzt im Wartezimmer, hätten sie ein Willkommensschild aufgehangen, hätte ich ihnen abgekauft, dass sie nur für mich heute geöffnet haben. Ich laufe etwas im Krankenhaus herum, um mich abzulenken, helfen tut es nicht. Ich weiß ich muss eh wieder zurück in dieses beschissene Wartezimmer, das gefüllt ist mit unangenehmer, bedrückter, angespannter Stimmung. Ich fühle mich wie damals in der Schule im Matheunterricht. Du hoffst, dass du nicht an die Tafel kommst, schaust auf den Boden, weißt aber, dass es bald so sein wird.

Bald wird dein Name aufgerufen. Ganz bald.

15 Minuten später entscheide ich mich um, meine Angst in Freude umzuwandeln. Endlich ist es soweit! Endlich keine schlaflosen Nächte mehr, wo ich mitten in der Nacht mit Herzrasen aufwache, weil ich weiß, dass der O.P.-Termin bald ansteht. Bald habe ich es hinter mir und geschafft! Bald wird es mir wieder besser gehen! Bald kann ich endlich wieder zum Sport gehen. Mal schauen wie lange ich die Euphorie gegen die Angst eintauschen kann..

Es hat nicht lange angehalten. Ich habe wieder Angst, die Stimmung im Krankenhaus ist so ernst. Als würdest du gerade die Sicherung für deinen Bungeesprung umgelegt kriegen. Du weißt es geht bald los. Gedanken wie: Was, wenn es Komplikationen gibt ? Was, wenn ich mitten in der O.P. aufwache ? Was, wenn sie mich zu wenig betäuben und ich alles mitkriege? Irgendein Spinner pfeift lauthals durch das Krankenhaus, ich bin vor lauter Anspannung so genervt, dass ich rufe:,,Ich liebe es ja, wenn Menschen so laut pfeifen !!“.

14:30 Uhr

Kurze Zeit später, die ungewollte Schwester mit ihrem „Soo…“. Trotz Aufregung bin ich irgendwie auch froh, dass es losgeht, die zweite Base geschafft sozusagen. Sie führt mich zu meinem Krankenbett, auf dem schon wunderschöne sterile Krankenhauskleidung auf mich wartet. Ja, das typische arschfreie Hemd und eine wunderschöne Unterhose, die aussieht wie selbstgehäkelt. Ich hebe das Teil an und frage:,,Das ist eine Unterhose?“, sie öffnet sie für mich, aus mir kommt nur ein peinlich berührtes:,,Ahhh….“. Es sah ehrlich gesagt aus wie ein Stirnband.

Gut, dass Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten ein gutes Händchen für Menschen haben, bzw in der Laufzeit ihrer Karriere entwickeln, denn anscheinend hat man mir angemerkt, dass ich extrem angespannt und nervös war. Ich bekam ein Beruhigungsmittel in Form einer kleinen Tablette – praise the lord! Anders als im Internet in anderen Erfahrungsberichten gelesen, war ich nicht leicht erheitert. Ich war einfach nur ruhiger, die Augen wurden kleiner, so minimal als wäre man auf Droge. Ich entspannte mich und sah an die Decke auf die Lüftung über mir. Ich wies meine Begleitung mit ausgestrecktem Finger darauf hin, dass jetzt auch weiße Streifen zwischen den schwarzen Lüftungsstreifen zu sehen waren.

Die Antwort, die ich bekam war: Ich wurde ausgelacht.

Das war für mich ein klarer Fall von:,,Ok. Die Tablette wirkt anscheinend.“

Auf einmal Black Out. Ich mache die Augen auf und sage:,,Bin ich gerade eingeschlafen??“, meine Begleitung antwortet:,,Ja, 15-20 Minuten circa, ich habe dich eben noch angeguckt und meinte zu dir:,,Mach die Augen zu, wenn du müde bist und dann warst du weg.““. Ich antworte schockiert:,,NIEMALS! Ich kann mich nicht mal mehr daran erinnern, dass ich mit dir geredet habe, krass. Scheinen ja gute Beruhigungstabletten zu sein.“

Kurze Zeit später kam die Schwester. Es ging los. Ich wurde um 15:20 Uhr Richtung O.P. geschoben.

15:30 Uhr

Jetzt war ich alleine.

Ich zitterte als hätte man mich in Russland bei -40 Grad in irgendeinen Tümpel geschmissen und mich wieder an das eisige Land gezogen um zu „trocknen“ – UNGELOGEN. Ich fragte noch den Arzt:,,Ist das normal? Kann das sein, dass das die Nebenwirkungen der Beruhigungstablette sind?“, Er:,,Nee, das ist, so wie es aussieht, die Angst.“. Ich war von mir selbst schockiert. Ich konnte nicht stillhalten. Das Klischee von Tatjana hat sich natürlich dann auch wieder erfüllt. Immer wenn ich angespannt bin, stelle ich noch mal zur Sicherheit 100 Fragen. Ich habe den Arzt gefragt, ob er auch weiß um was für eine O.P es sich handelt, wie lange die Narkose andauert etc.. Jetzt sollte die Kanüle gelegt werden. Mein Gesicht verzog sich in ein „not amused“-Gesicht. Ich wusste, das war der Piek, von dem alle meinten, dass er wehtut, weil die Kanüle ja so dick ist. Panik, Panik. Ich reichte ihm meine Hand, mit einem „Komm, mach jetzt einfach schnell“-Gesicht, aber er meinte:,,Nee nee, geben Sie mir mal ihren Arm.“, ich verwundert, weil ich es hasse, wenn etwas in einer Angstsituation nicht nach Plan verläuft, so wie man es mir eigentlich erklärt hatte:“Aber die kriegt man doch in die Hand dachte ich?!“. Er antwortet:,,Die Kanüle in die Hand kriegen nur Patienten, die mir unsympathisch sind.“. SEHR SYMPATHISCH. Da wusste jemand wie man mit Angstpatienten umgeht. Ich habe daraufhin nur gelächelt und einmal tief eingeatmet, als er mir die Kanüle in den Arm stach. Das war echt nicht schlimm. An alle, die Spritzen genauso wenig mögen wie ich, das Ein- oder Ausatmen ist echt ein guter Tipp. Das hilft mir immer. Der andere Arzt sagt noch:,,So jetzt kriegen Sie noch so ein schickes Hütchen auf.“ und dann ging es richtig los.

Ich wurde in den O.P.-Saal geschoben und da waren sie. Diese riesigen Lichter, wo alle meinten:,,Du siehst nur noch diese riesigen Lichter über dir und die Ärzte in ihren grünen Kitteln.“ uhuuhuuuu, schaurig. Nur, dass ich reingeschoben wurde und diese Lichter noch nicht mal richtig ausgerichtet waren, dementsprechend mir auch nicht Hollywood-like in das Gesicht gestrahlt haben und ich auch keine schemenhaften Gestalten in grünen Kitteln über mir sah. Denn die Ärzte waren damit beschäftigt alles vorzubereiten. Ein junger Arzt stand immer neben mir, um mich zu beruhigen, hat meinen Arm gestreichelt, der war dann aber auch auf einmal hinter mir verschwunden. Ich habe dann ins Leere gefragt:,,Ist das Narkosemittel schon drin?“, keine Antwort, nicht mal von der Schwester, die gerade vor mir vorbeiläuft. Ich dachte:,,Ok. Du hast zu leise geredet.“, ich also noch mal:,,Ist das Narkosemittel schon drin?“

Und ab diesem Punkt Cut.

16:15 Uhr

Ich wache auf und fange direkt an zu weinen. Ich bedanke mich unter Tränen mehrfach bei der Schwester, die mich gerade wieder auf die Station schiebt. Ich wusste, ich habe es geschafft. Ich habe es endlich hinter mir. Ich sehe auch schon meine Begleitung, die sofort zu mir kommt, leicht verängstigt, weil ich weine. Bis ich erkläre, dass ich einfach froh bin, dass ich es hinter mir habe. Wahrscheinlich habe ich auch geweint, weil die ganze Anspannung von mir abgefallen ist.

Ich werde in ein kleines Abteil mit Vorhängen gefahren, um in Ruhe richtig wach zu werden. Ich habe immer noch extremen Schüttelfrost. Bestimmt 10 Minuten lang, bis es schlagartig aufhört. Dass das passieren kann, ist allerdings normal nach einer Vollnarkose. Das wissen auch viele nicht. Das Erste was ich frage, TYPISCH TATJANA:,,Kann ich was essen?“ und das habe ich dann auch getan. Ich hatte mir natürlich alles vorher mitgenommen. Wofür ich auch sehr dankbar sein kann, ist, dass nur eine andere Patientin mit mir auf Station zwischen diesen Vorhängen lag. Es war einfach so angenehm ruhig. Kein Herumgeplärre von Kindern oder Geschrei und Herumgewusel von Ärzten à la Grey’s Anatomy.

17:00 Uhr

Die Schwester fragt, wie es mir geht, kommt rein und sagt:,,Ach mensch, Sie sehen aber wieder gut aus, haben Sie auch schon was gegessen, getrunken?“. Würde sie mich kennen, hätte sie diese Frage niemals gestellt haha. Sie fordert mich auf mich langsam hinzusetzen und aufzustehen, ein bisschen herumzulaufen. Klappt alles super. Wie ein neugeborenes Reh fühle ich mich nicht, aber minimal wackelig sind die Knie doch noch. Als die Schwester sieht, dass alles super funktioniert, darf ich mir endlich wieder meine Klamotten anziehen. Tschüss Po-freies Hemd! Als die Schwester mein Bett abzieht, fragt sie mich lachend:,,Na, wie viele Decken hatten Sie denn? Mein Wäschekorb ist gleich voll!“ Ich antworte ihr ebenfalls lachend:,,Wissen Sie, jeder kriegt EINE Decke, aber nee. Ich muss gleich 3 haben!“. Anscheinend hat man mir nach der O.P. noch 2 weitere Decken gegeben, denn ich wurde nur mit 1 Decke hineingefahren.

17:30 Uhr

Das Taxi kommt, ich bedanke mich noch mal bei der super lieben Schwester und wir fahren nach Hause.

Fazit

Ich bin überrascht und schockiert wie gut alles verlaufen ist. Ernsthaft. Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe das alles noch vor mir, weil ich mir denke, dass es das doch noch nicht gewesen sein kann. Aber doch das war es. Jetzt ist es schon 1 Tag her und ich habe es geschafft und nein, all das, was mir erzählt worden ist und was ich im Internet alles an Erfahrungsberichten gelesen habe , traf bei mir NICHT zu.

Angefangen von der Nadel in der Hand, wo der Stich wehtut, weil die Nadel ja so dick ist, über das Hollywood-Thriller-ähnliche „im O.P. nur noch die grellen Lichter und Gestalten in grünen Kitteln sehen“, genauso wenig wie das, aus Erzählungen gehörte, langsame Wirken des Narkosemittels. Wie es kalt durch den Arm läuft, man merkt wie das Herz schneller schlägt, einem warm wird und man von 10 herunter zählen soll. Bis hin zu dem „noch während der O.P. wach werden“. NICHTS. Ich habe nicht mal gemerkt, dass es losgeht, da war ich schon weg. Eine Tatsache, über die ich jedes Mal wieder so lachen muss! Ich denke nämlich, die Ärzte haben mich im Endeffekt verarscht, weil sie gesehen hatten wie verängstigt ich war. Sie haben es alles hinter meinem Rücken so geplant, dass ich einfach weg war und mir der Rest erspart wurde. Sogar über die Krankenschwester, die mir einfach nicht geantwortet hat, muss ich mittlerweile so feiern, denn eigentlich ist es unverschämt einem Patienten in so einer Situation nicht zu antworten, da es aber alles so geplant war, dass ich einfach weg sein sollte, ohne dass ich vorher noch mal groß panisch werden konnte, perfekt reagiert! Deswegen standen wahrscheinlich auch alle hinter mir, damit sie da ihr Ding durchziehen konnten, ohne dass ich etwas mitkriege. Herrlich! Wirklich. Das war ein perfektes Zusammenspiel der Ärzte und besser hätten sie es für mich nicht gestalten können, so etwas Ausgeklügeltes verdient echt Lob und Respekt!

Als letzter Tipp: Natürlich ist jeder Mensch anders und man kann nie sagen:,,Bei dir wird es genauso verlaufen wie bei mir!“, ABER lasst diese scheiß Internet Horrorgeschichten Horrorgeschichten sein! Das sind für mich Menschen, die wahrscheinlich immer zu Übertreibungen neigen und im real life so wenig Aufmerksamkeit kriegen, dass sie sich irgendwie so aus der Masse hervorheben wollen.

Glaubt mir! Ich kann es jetzt aus eigener Erfahrung sagen: ALLES. WIRD. GUT.

LOVE, Tatjana